71. Reisetag – Dienstag, 17.3.2015 Bocas del Toro/Panama

2015-03-17 Bocas del Toro hoe P1020876Bocas sel Toro (zu Deutsch:  Münder des Stieres) ist ein kleiner Ort mit 3600 Bewohnern auf der panamaischen Insel Isla Colón.
Wir liegen auf Reede und tendern am Vormittag an Land. Die Anlegestelle der Tenderboote liegt direkt im Zentrum des Örtchens. Es ist ein reiner Urlaubsort und bietet außer karibischen Flair keinerlei touristische Attraktionen. In einem kleinen Restaurant trinken wir einen Maracujasaft, eher deswegen, weil es hier WiFi gibt, als dass uns der große Durst dazu genötigt hätte.
Eine Fahrt zu einem der in der näheren Umgebung befindlichen Strände würde wenig Sinn machen, weil es sich mit Gipsarm nicht besonders gut schwimmen lässt. Deshalb kehren wir nach unserem Stadtbummel zurück aufs Schiff und machen einen auf faul.

 

72. Reisetag – Mittwoch, 18.3.2015 Puerto Limón /Puerto Rica

 

2015-03-18 Puerto Limon dhl P1010251

Der Amazonas Costa Ricas

Heute sind wir wieder mal touristisch sehr gefordert. Um zehn Uhr startet unser Ausflug „Bootsfahrt auf den Tortuguero-Kanälen“. Tortuguero bedeutet “Platz, an den die Schildkröten kommen“. Um es gleich vorweg zu nehmen, Schildkröten haben wir keine gesehen. Das ist auch erklärbar, denn die Meeresschildkröten kommen einmal im Jahr an einen bestimmten Strand, legen dort ihre Eier ab und vergraben sie. Später schlüpfen die kleinen Schildkröten und versuchen das Meer zu erreichen, bevor sie von Vögeln gefressen werden.
Aber man hat uns interessante Tiere und Pflanzen versprochen, schließlich werden die Kanäle auch als Costa Ricas Amazonas bezeichnet. Der Ausdruck ist durchaus passend, auch wenn er vermutlich einer reinen PR-Idee entsprungen ist, braunes Wasser und an den Ufern dichtes Grün.
2015-03-18 Puerto Limon hoe P1020928Als wir mit dem Ausflugsboot starten, sinken allerdings meine Hoffnungen, irgendwelche Tiere zu sehen, höchstes ein paar hörgeschädigte Exemplare oder fußlahme Kreaturen, denn die beiden Außenbordmotoren machten einen Riesenspektakel. Aber ein wenig Getier bekommen wir dann tatsächlich doch zu Gesicht und wenn wir uns einem Tier näherten, wurden die Motoren abgestellt.
2015-03-18 Puerto Limon hoe P1020950So bekamen wir diverse Vögel, einige Krokodile und Alligatoren, Leguane und Echsen und hoch in den Bäumen schwer zu erkennende Faultiere geboten. Auch über die Bananenpflanzen am Ufer wusste der Guide etwas zu erzählen und hatte an Bord eine Blüte einer Staude dabei, an der er uns das Entstehen der Bananenfrucht erläutert. Jetzt wissen wir, woher die kleinen Bananen kommen.
Aber das schönste an der Fahrt ist einfach der Regenwald, der sich bis an die Ufern drängt.

Am späten Nachmittag statten wir dem Ort noch auf eigene Faust einen Besuch ab. Dabei kommen wir  an einen kleinen Park, wo uns ein cleverer Einheimischer in Erwartung eines Trinkgelds auf Faultiere in den Bäumen aufmerksam macht. Diesmal sind die Tiere, wenn man sie erst einmal gesichtet hat, auch wirklich gut zu erkennen, weil sie nicht allzu hoch in den Ästen faulenzen. Und wenn eines sich tatsächlich einmal bequement nach einem Blatt zu greifen, um es zu verzehren, geschieht dass im Superzeitlupentempo.
Natürlich hat unser “Faultierflüsterer“ sein Trinkgeld bekommen.

2015-03-18 Puerto Limon dhl P1010295

 

 

74. Reisetag – Freitag, 20.3.2015 Cartagena/Kolumbien

2015-03-20 Cartagena dhl P1010324“Rumba en chiva“, übersetzt “Party im Bus“, so lautet der Name des Ausflugs, den wir gebucht haben und der am späten Vormittag starten soll. Auf dem Weg  auf der Außenpromenade der Artania zum Frühstück sehen wir, dass der Partybus auch für einen früheren Ausflug zum Einsatz kommt. Allerdings ist das Besteigen desselben abenteuerlich. Mit einer viel zu kleinen Trittleiter müssen die Leute den Bus besteigen. Da die Leiter oben einen Bügel hat, treten viele auf denselben, um noch ein Stück höher zu kommen und die Leiter kippelt und es kommt zu Beinahestürzen. Die dabeistehenden Phoenixleute interessiert das aber alles nicht. Wenn man sich mit den Händen an den beiden seitlichen Haltegriffen am Einstieg gut festhält, kann man sich irgendwie in den Bus hieven.
Zu Recht hat Doris allergrößte Bedenken, dass sie mit nur einem einsatzfähigen Arm, das nicht bewerkstelligen können wird. 2015-03-20 Cartagena hoe P1030068Beim Frühstück, treffen wir den stellvertretenden Kreuzfahrtdirektor, erklären die Situation und schlagen als Lösung vor, aus dem Fitness-Center zwei Stepbretter zu nehmen und die unter das Trittleiterchen zu stellen. Per Walkie Talkie veranlasst er das auch, obwohl der Phoenix-Mann am Bus das für absolut überflüssig hält. Herr Hofer, so heißt der stellvertretenden Kreuzfahrtdirektor, besteht aber darauf und erklärt, da gerade beim Wiederaussteigen die Sache brenzlig werden könne.
Als wir später dann unseren Ausflug antreten, stehen vor dem Bus nicht die Stepbretter bereit, sondern, was viel besser ist, ein hohes hölzerneres Stufengestell, das manchmal beim Einstieg in die Tenderboote zum Einsatz kommt.
Als Sahnehäubchen dürfen wir in die erste Reihe einsteigen, nachdem sich ein Phoenix-Mann vergewissert hat, dass wir die Hölzers sind Die erste Reihe wird manchmal die für besondere Zwecke freigehalten (gehbehinderte Gäste oder ähnl.). Der Einstieg ist problemlos. Wir sind begeistert, werden wir doch wie die sogenannten Goldgäste aus den teuren Kabinen behandelt. Aber die Freude ist nur kurz, denn jetzt führen die Leute vom Filmteam “Verrückt nach Meer“ Regie. In unsere Reihe müssen noch der Tontechniker und das Protagonisten-Pärchen (das sind die Hauptdarsteller, gecastete junge Leute, die als Amateurschauspieler Kreuzfahrtpassagiere mimen).
2015-03-20 Cartagena dhl P1010330Der Tontechniker mit seinem großen Mikrofon, das an einer Stange genau in Augenhöhe hängt, nimmt uns die Sicht. Aber damit nicht genug, ein Phoenix-Mann zwängt sich noch zwischen Tontechniker und Pärchen, weil die Regisseurin es so will: „Der Phoenix-Ausflugsbegleiter muss unbedingt mit aufs Bild!“
Das am Anfang der Reise abgegebene Versprechen von Phoenix, dass die Filmleute niemanden stören werden, ist hier und jetzt nur noch Makulatur.
Wir beneiden die Leute in den Sitzreihen hinter uns, die in der Regel zu viert oder zu fünft in einer Reihe sitzen.
2015-03-20 Cartagena hoe P1030075Dann geht die Fahrt los. Neben dem Busfahrer kniet der Kameramann und daneben steht  ein Stimmungseinpeitscher. Im mittleren Teil des Busses spielt eine kleine Kapelle (ein Akkordeonspieler und zwei Percussion-Männer). Es gibt weißen Rum und Limonade zum Verdünnen und die Stimmung steigt im Bus. Bei Doris und mir ist sie etwas getrübt, auch wenn man uns erklären will, dass etwas Tuchfühlung ganz toll sei.
Ein ganz langes Gesicht bei Doris gibt es, als der Stimmungsmann erklärt, dass wir einen Fotostopp an einem Denkmal machen, die Fahrt fortsetzten werden und dann eine gute Stunde Pause machen, um etwas zu shoppen und dann noch am Bus einen kleinen Imbiss einzunehmen. Das lange Gesicht deswegen, weil die schöne hölzerne Ein- und Ausstiegshilfe an der Pier zurückgeblieben ist.
Nach dem Fotostopp (Doris ist natürlich im Bus geblieben) bieten mir die Leute in der Reihe hinter uns an, dass ich mich zu Ihnen setzen kann.  Ich nehme das Angebot gerne und dankend an. Jetzt sitzen in der ersten und zweiten Reihe jeweils 5 Leute. Das ist jetzt in Ordnung, vom Mikrofon, was immer noch im Weg ist, einmal abgesehen.
2015-03-20 Cartagena hoe P1030065Als der nächste Stopp kommt, überzeugt bzw. überredet Michael D. (das ist der Blog-Leser aus Norddeutschland) Doris, dass sie aussteigen soll. Michael ist groß und kräftig und zu dritt (irgendjemand packt neben mir und Michael auch noch mit an) gelang es uns, Doris halbwegs sicher aus dem Bus zu holen. Doris fühlt sich allerdings unwohl dabei, sie kommt sich vor wie ein Kartoffelsack.
Das Shoppen findet in einer Ladenstraße mit vielen Souvenirgeschäften. Wir kaufen allerdings nichts, wir haben diesbezüglich schon so ziemlich alles. Nach dem Imbiss, es gab gefüllte Teigtaschen, hieven wir Doris wieder in den Bus, jetzt in die zweite Reihe, denn da ist der Einstieg ein klein wenig einfacher. Jede Reihe hat nämlich ihren eigenen Einstieg, denn der Bus hat keinen Mittelgang.
Ich sitze jetzt wieder in der ersten Reihe und Halleluja, die Filmleute nebst Protogonisten bleiben in der Stadt und die Rückfahrt zum Schiff wird endlich gut. Der Rum ist als Mixgetränk halbwegs genießbar, die Band spielt karibische Stimmungsmusik, Humbat-Täterä und Rucki-Zucki nicht unähnlich und wir erreichen frohgelaunt das Schiff. Allerdings ist weit und breit von dem schönen Holztritt nichts zu sehen und so steigt Doris wieder nach kartoffelsackmanier aus.
Erst jetzt sehen wir, dass der Holztritt in einer Ecke dümpelt.
Liebe Phoenix-Leute, das war ein verdammt schlechter Job, den ihr da gemacht habt. Einen Gedanken mal zu Ende denken übersteigt anscheinend eure mentalen Fähigkeiten.


2015-03-20 Cartagena hoe P1030104Am späten Nachmittag bin ich noch mal zum Hafenausgang gedackelt. Dort habe ich mir die kleine hübsche Anlage mit Flamingos, Pfauen, Papageien und weiteres kleines Getier  angesehen.

 

 

75. Reisetag – Samstag, 21.3.2015 Seetag

Heute ist Abschiedsgala wegen der Gäste, die in drei Tagen abreisen. Ich probiere ein neues Galaessen aus, das Artania-Sandwich. Doris bleibt dem Schnitzel treu. Es lebe unser Tischlein-Deck-Dich!


76. Reisetag – Sonntag, 22.3.2015 Oranjestad/Aruba


Oranjestad ist unser erster Hafen der ABC-Inseln. Die ABC-Inseln sind drei verschiedene Inseln, nämlich
- Aruba
- Bonaire
- Curaçao.

2015-03-22 Oranjestad hoe P1030124

Was im reiseführer als holländisches Flair beschrieben
wird erinnert eher ein wenig an Disneyland

Aruba und Curaçao sind autonome Staaten innerhalb des Königreichs der Niederlande, Bonaire gehört dagegen als Besondere Gemeinde direkt zu den Niederlanden.
So steht es zumindest in Wikipedia und in den Reiseführern.  Was die Holländer genau hier noch zu sagen haben, erschließt sich mir nicht. Holländische Gesetzte gelten hier zumindest nicht automatisch. Auf allen drei Inseln gibt es verschiedene Währungen. Das alles ist irgendwie konfus. Vielleicht hätte ich doch einmal zu einem Vortrag von unserem Schiffslektor gehen sollen.

2015-03-22 Oranjestad hoe P1030122

Diamonds are the girls best friends

Gleich am Morgen machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Die Geschäfte in der Hafengegend sind geöffnet. Insbesondere Schmuck und Uhren sind hier wohl die Verkaufsschlager. Die Hauptkundschaft sind Amerikaner, die mit riesigen Kreuzfahrtschiffen hier anlegen. Die rosa Gebäude an der Mainstreet erinnern stark an Disneyland, sind aber das Wahrzeichen von Oranjestad.
In der Stadt selbst ist nichts los. Es gibt keine Cafés oder Bars, also auch kein Wifi. Selbst die neue Solarbetriebene Straßenbahn fährt nicht, weil es irgendwelche Baumaßnahmen in den Straßen gibt.  Auf nach einer knappen Stunde ist unserer Expedition wieder zu Ende. In Hafennähe entdecken wir dann doch noch ein Internetcafé und so kann der 10. Blogeintrag online gehen.

2015-03-22 Oranjestad hoe P1030126

Das Fahrrad mit Propeller war für uns die Hauptattraktion am Vormittag


2015-03-22 Oranjestad hoe P1030141Am Nachmittag gehen wir noch mal los. Wir wollen rund ums Hafenbecken zum Yachthafen, um ein wenig maritime Luft zu schnuppern. Hinter dem Yachthafen befindet sich ein Spielcasino. Das ist natürlich interessant und wir gehen rein. Gleich am Eingang stehen einige Automaten und ein weißes Auto, dass man an selbigen gewinnen kann. Ich spiele nicht, denn wie soll ich das Auto aufs Schiff bringen?
Der Spielsaal selbst ist riesig. Ich zähle mal grob die Reihen der Spielautomaten und die Anzahl der Automaten in einer Reihe und schätze so, dass hier knapp 1000 bunt-blinkende Automaten rumstehen. Die meisten Spieler an diesen Automaten sind weiblich. Es gibt auch Roulette-, Poker und Black-Jack-Tische. Hier sind die Geschlechter der Spieler etwa gleichverteilt.
Ein Geldautomat zum Abheben der Dollars darf natürlich auch nicht fehlen.
Als ich anfange zu fotografieren, werde ich sehr schnell höflich, aber bestimmt aufgefordert, das zu unterlassen.
In einer Nische hängen zehn große Bildschirme an der Wand, auf denen Sportübertragungen laufen (Basketball, Pferderennen, etc.). Davor stehen Tische mit einem kastenartigen Aufbauten, die als Sichtschutz dienen. An jedem Tisch sitzt nämlich ein Zocker, hier alles Männer, die per Smartphones Wetten platzieren.
Als wir wieder draußen auf der Straße sind mache ich noch schnell ein Foto durch die große offene Eingangstür. Ich habe gerade den Auslöser betätigt, da bauen sich in der Nähe der Tür zwei grimmig blickende, stabil gebaute Security-Herren auf. Ich entferne mich mit großen raschen Schritte vom Casino.
Wir gehen weiter auf Entdeckungstour und kommen zu einer schönen Hotelanlage mit einem naturbelassenen Seewasserpool mit kleinen Strand. Es gibt Liegen. Palmen spenden Schatten. Hier hätten wir unbesorgt schwimmen gehen können, wenn wir denn Badesachen dabei gehabt hätten. Beim nächsten Mal wissen wir es besser.
Ein paar Schritte weiter ist das Meer mit seinem Felsigen Ufer. Hier wimmelt es vor Krabben und im Wasser tummeln sich bunte Fische. Eine Frau lockt sie mit Keksen an und jetzt brodelt das Wasser, weil sich jede Menge Fische um die Leckerbissen streiten.
2015-03-22 Oranjestad hoe P1030174Wir erreichen einen schmalen langen Strand. Hier verbringen die einheimischen ihren Sonntag. Familien mit Kindern, Brüdern, Onkeln und Tanten sitzen unter schattigen Bäumen. Es wird viel gegrillt. Wir marschieren weiter, bis der Strand fast zu Ende ist. Ganz In der Nähe befindet sich der International Airport von Oranjestad und die Landeanflüge der Flieger, die teilweise im 5 bis 10 Minutentakt ankommen, lassen sich hautnah beobachten.
Auf dem Rückweg treffen wir noch auf einen Leguan und einem Pelikan auf der Jagd. Pelikane gehören mittlerweile zu den ausgesprochenen Freunden von Doris.
Hat der Tag recht langweilig angefangen wurde er ja dann doch noch schön.
 

77. Reisetag – Montag, 23.3.2015 Kralendijk/Bonaire

Wir erreichen die B-Insel der ABC-Gruppe, nämlich Bonaire morgens um sieben. Im Hafenstädtchen Kralendijk machen wir an der Pier fest.
2015-03-23 Kralendijk hoe P1030199Nach dem Frühstück marschieren wir an der Uferpromenade entlang. Es gibt einige Vögel zu beobachten, man sieht im glasklaren Wasser bunte Fische ohne zu schnorcheln und wir kommen an etlichen Tauchschulen vorbei, Kralendijk ist nämlich eine Tauch-Hochburg. An einer der Tauchschule sehen wir, wie ein rüstiges Rentnerehepaar im Neoprenanzug von einem Lehrer seine erste Lektion mit Flasche, Taucherbrille und Bleigürtel erhält. Es ist zu bewundern, was die älteren Herrschaften sich trauen. Aber besonders bewundern wir die Ausstattung der Tauchschule. Der Neoprenanzug des Herrn hat die Größe XL und die der Dame XXXL. Woher wir das wissen? Die Konfektionsgröße prangt in großen Buchstaben am Oberarm der Anzüge.
Zum Mittagessen sind wir wieder an Bord.
2015-03-23 Kralendijk hoe P1030185Von unserer Kabinenstewardess (so nennt man an Bord die Zimmermädchen) erfahren wir, dass wir morgen in eine andere Kabine ein Deck höher umziehen werden. Das war so aber zu keiner Zeit geplant. Das Zimmermädchen beruhigt uns, es könne sein, dass sie sich irrt und das in ihrem Plan falsch gelesen hätte. Wir eilen trotzdem gleich zur Rezeption und fragen nach. Ja, der Computer sagt eindeutig, dass wir morgen umziehen werden. Auf unsere Frage, wieso das Ganze, erhalten wir als Antwort: „Da fragen Sie am besten Max.“ Gegenfrage: „Wer ist Max?“. Max ist der Verwalter des sogenannten Bettenbuchs, er managt die Kabinenbelegung. Der junge Mann an der Rezeption bequemt sich, nachdem wir ihn doch ein wenig böse angeschaut haben, Max per Walkie-Talkie zu kontaktieren. Der geplante Umzug rührt daher, dass man uns eine Freude machen will und in eine Balkonkabine upgraden möchte. Wir würden dazu heute Abend auch noch einen Brief auf die Kabine bekommen. Unser Hinweis, dass so ein Umzug eine Sache ist, die zwei bis drei Stunden in Anspruch nimmt und doch vielleicht auch etwas Vorbereitung brauche, stößt auf völliges Unverständnis.
2015-03-23 Kralendijk hoe P1030225Da wir aber mit unserer Kabine zufrieden sind, lehnen wir das kostenlose Angebot, in eine höherwertige Kabine umzuziehen ab. Unsere Kabine ist optimal. Wir wohnen auf dem Promenadendeck, das heißt wir stehen nach wenigen Schritten an der Reling. Bei allen anderen Decks muss man entweder durchs Schiffsinnere ganz nach vorn oder ganz nach hinten, um nach draußen zu kommen, aber nirgends sonst gibt es eine Promenade wie bei uns. Unsere Kabine ist absolut ruhig gelegen, die Klimaanlage und die Toilettenspülung arbeitet problem- und fehlerlos, was auf Schiffen nicht selbstverständlich ist. Wir haben uns in unserer Kabine auch gut organisiert, was die Nutzung der knappen Abstellflächen und Stauräume betrifft. Das alles macht ein zusätzlicher Außenbalkon nicht wett. Der geldwerte Vorteil dieses Upgrades hätte übrigens 800 Euro pro Person für die letzten drei Wochen unserer Reise betragen.
Der Nachmittag wird  noch für einen Bummel durch die Buden und Geschäfte genutzt.

2015-03-23 Kralendijk hoe P1030220

Vor einem karibischen Supermarkt - hier ist alles ein bisschen bunter.


Am Abend gegen 22 Uhr finden wir  auf der Kabine den angekündigten Brief. Darin steht auch, dass man an der Rezeption das Angebot ablehnen kann (ähnlich wie beim Kapteins Dinner). Zur Sicherheit haben wir bei der Rezeption noch mal telefonisch abgesagt.

 

78. Reisetag – Dienstag, 24.3.2015  Willemstad/Curaçao

 

2015-03-24 Willemstad hoe P1030232

Direkt am Hafen befinded sich ein Spielcasino.
Diesmal gehe ich nicht hinein, um zu forografieren.

Heute erreichen wir die dritte der ABC-Inseln, nämlich Curaçao. Sie heißt nicht nur so wie der blaue Likör, er wird hier auch hergestellt. Wir liegen in Willemstadt an der Pier, nahe am Zentrum.
Heute geht wieder ein Reiseabschnitt zu Ende und sehr viele Gäste verlassen das Schiff und nicht mehr ganz so viele werden heute ankommen, sodass wir heute Abend nur mit halber Auslastung, so circa mit 650 Passagieren Willemstad verlassen werden. Die nur 50-Prozentige Auslastung  ist sicherlich auch der Grund, warum einige Gäste ein kostenloses Upgrade-Angebot erhalten haben. Aber wie bereits bekannt, haben wir dieses ja in zweifacher Ausfertigung abgelehnt.
Wie immer wollen wir nach dem Frühstück losziehen, als es an unserer Kabine klopft. Draußen steht ein Rollkommando in Form der Hausdame und einer ihrer Hilfskräfte und fragt an. ob wir denn jetzt endlich umziehen möchten, die Hilfskraft würde uns tatkräftig unterstützen. Wir können uns gerade noch beherrschen nicht laut zu werden und erklären, dass es keinen Umzug gibt. Wir gehen also wieder zur Rezeption, sagen zum dritten Mal den Umzug ab und schärfen dem jungen Mann nochmals ein, dass niemand wagen sollte, während unserer Abwesenheit unsere Sachen anzurühren und als “Special Service“ einen Umzug ohne uns durchzuführen. Er versichert uns, dass jetzt endgültig sämtliche internen Informationsdefizite ausgeräumt wären und wir nichts mehr zu befürchten hätten. Sein Wort im Gottes Ohr.

2015-03-24 Willemstad hoe P1030237

Die alte Klappbrücke ist leider nicht im Betrieb.

Unser Sightseeing beginnt am nahegelegen Fort Amsterdam, das heute Hotels und Geschäfte beherbergt. Eine Attraktion wäre die über hundert Jahre alte hölzerne Schwenkbrücke (Koningin Emmabrug) gewesen. Leider wird sie zurzeit gewartet und durch Fähren ersetzt. So liegt sie unspektakulär nur einfach  am Ufer des Kanals (Sint Annabaa) eingeklappt. Also fahren wir mit der Fähre die geschätzten 300 Meter ans andere Ufer des Kanals, bummeln dort zum schwimmenden Markt, wo direkt von den Schiffen fangfrischer Fisch verkauft wird. In der Markthalle gibt es touristischen Krimskrams und Stände mit Waren wie Kleidung, Lebensmittel für die heimische Bevölkerung. Die Architektur der Innenstadt weißt eindeutig niederländische Merkmale auf und wurde zum Unesco Weltkulturerbe erklärt. Mehr gibt es über das Städtchen nicht zu berichten.

2015-03-24 Willemstad hoe P1030253

Typisch holländische Gebäudearchitektur

Am Nachmittag sind wir wieder auf dem Schiff. Doris bestellt sich einen Kaffee. Zur Bezahlung gibt man einfach seine Kabinennummer an und der Kellner bongt die Zeche auf das entsprechende Bordkonto. Heute funktioniert das nicht, auf das Bordkonto 4243 (das ist unsere Kabine)  kann nicht gebucht werden. Über unseren Namen bekommt sie heraus, dass unser Bordkonto die Fünftausend-und-Irgendwas sei. Buchhalterisch sind wir also doch umgezogen. Wir stellen die Bezahlung erst mal zurück, der Kellner räumt uns bereitwillig den Kredit ein, schließlich kennt er uns und unser Bordkonto 4243 schon länger.
Als wir also in Sachen Umzug erneut an der Rezeption vorstellig werden, erklärt man uns, wir sollen den Kaffee doch bar bezahlen, das ist an Abreisetagen immer so, auch für sogenannte Transfergäste wie wir. (Transfergäste sind Passagiere, die mehrere Reiseabschnitte hintereinander an Bord bleiben). Statt einen Sachverhalt zu klären wird wieder mal die typische Abwimmelstrategie angewendet, das tut man hier gerne und oft. Was uns die Dame an der Rezeption, Mona ist ihr Name, hier erzählt, ist totaler Blödsinn und absolut falsch oder vielleicht auch schlicht gelogen. Doris wird böse. Innerhalb von einer Minute kann plötzlich wieder auf das Bordkonto 4243 gebucht werden.
Ich enthalte mich jetzt jeden Kommentars, aber die Gedanken sind frei!

 

 

 

 

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